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Gasset, José Ortega y Goltzius, Hendrick Hogarth, William Hals, Frans Heda, Willem Claesz Heem, Jan Davidsz de Heyden, Pieter van der



Goltzius, Hendrick


Hendrick Goltzius (* Januar oder Februar 1558 in Bracht (Brüggen) bei Venlo; † 29. Dezember 1616 oder 1. Januar 1617 in Haarlem) war ein niederländischer Maler und Kupferstecher. Sein Werk ist dem Manierismus zuzuordnen.

Goltzius lernte unter Dirck Volkertszoon Coornhert und Philipp Galle. Er legte eine Kupferdruckerei an und bereiste ab 1590 mehrere Jahre Italien und Deutschland, überall scharf beobachtend und treffliche Studien machend. Goltzius hat sich namentlich um die Technik der Kupferstecherkunst Verdienste erworben. Er bildete jene plastische Behandlungsweise des Stiches aus, welche sich durch den Schwung und die Bewegung der Schattenlinien, durch ihr Anschwellen und Verschwinden, durch die unterschiedliche Art ihrer Durchschneidung den Gesetzen der Modellierung aufs genaueste anzubequemen sucht. Dabei musste er sich weitgehend auf den Gebrauch seiner linken Hand beschränken; die rechte war durch ein Feuer schwer geschädigt. Bereits zu Lebzeiten ist er als einer der brillantesten Stecher und Künstler gefeiert worden.

Mit 42 Jahren begann er auch zu malen. Er stand als Maler, Zeichner und Kupferstecher unter dem Einfluss der durch die Nachahmung italienischer Meister hervorgerufenen manieristischen Strömung, welche damals die holländische Kunst beherrschte. Seine Kupferstiche (ca. 330) sind meisterhaft in der Technik und bevorzugen Gewalt- und Erotikmotive sowie Allegorien, wie sie ihm vor allem der am Prager Kaiserhof wirkende Flame Bartholomäus Spranger lieferte, dem Goltzius auch in seiner Malerei stilistisch verhaftet blieb. Er fertigte auch treffliche Holzschnitte in Helldunkel. In seiner Werkstatt wurde die Elite der damaligen Stecherkunst ausgebildet, so Jakob de Gheyn II., Jakob Matham, Pieter de Jode der Ältere, Jan Muller und Jan Saenredam, die den Manierismus ihres Lehrers auf jeweils eigenständige Art und Weise fortführten. Die Zahl der "nach Goltzius" gefertigten Stiche ist sehr groß. Blätter im Goltzius-Stil waren ein beliebter Exportartikel und finden sich heute in fast allen größeren Museen bzw. Sammlungen.

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